Security

Wenn die Stimme des Chefs lügt: Deepfakes und CEO-Fraud im KI-Zeitalter

Prof. Thomas R. Köhler 11. August 2026 6 Min. Lesezeit

Eine vertraute Stimme am Telefon, eine dringende Überweisung: Was früher an holprigem Deutsch scheiterte, klingt heute perfekt. KI macht CEO-Fraud gefährlich überzeugend — und die Abwehr ist keine Technikfrage.

Der „Enkeltrick“ hat ein Upgrade bekommen. Mit KI lassen sich Stimmen klonen, Videocalls fälschen und ganze Gesprächsverläufe automatisieren. Der Anruf der vermeintlichen Geschäftsführung, die dringende Zahlungsanweisung, der Lieferant mit „neuer Bankverbindung“ — all das wirkt heute täuschend echt.

Warum das so gut funktioniert

Angreifer nutzen keine technischen Lücken, sondern menschliche: Autorität, Zeitdruck, Hilfsbereitschaft. Eine bekannte Stimme schaltet das kritische Denken aus. Und genau da liegt der Hebel — nicht in der Firewall, sondern im Prozess.

„Sieht echt aus“ und „klingt echt“ sind im KI-Zeitalter keine Beweise mehr — sondern der Angriff selbst.

Wie man sich wirklich schützt

Gegen perfekte Fälschungen hilft kein besseres Auge, sondern ein besserer Prozess. Unternehmen, die klare Regeln für kritische Vorgänge etablieren, nehmen Deepfakes die Wirkung — bevor sie Schaden anrichten.

Vortrags- und Kommentarthema von Prof. Thomas R. Köhler: der Faktor Mensch und KI-gestütztes Social Engineering.
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Prof. Thomas R. Köhler

„Der Vordenker zum Thema Cybersicherheit“ (Handelsblatt). Mehrfachgründer, Erfinder und Autor des Standardwerks „Cybersicherheit“. Keynote Speaker zu Cybersecurity und Künstlicher Intelligenz — beinahe wöchentlich im TV.

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