Souveränität

Digitale Souveränität: Wenn die US-Cloud zum Klumpenrisiko wird

Prof. Thomas R. Köhler 14. August 2026 6 Min. Lesezeit

Die Abhängigkeit von wenigen US-Cloud- und KI-Anbietern ist bequem — und zunehmend ein Klumpenrisiko. Digitale Souveränität ist keine ideologische Debatte, sondern betriebswirtschaftliche Vorsorge.

Ob Betriebssystem, Office, Cloud oder KI: In zentralen Technologien hängen deutsche Unternehmen und Behörden an einer Handvoll überwiegend US-amerikanischer Anbieter. Das ist historisch gewachsen und oft praktisch — aber es schafft Abhängigkeiten, die im Ernstfall teuer werden.

Warum Abhängigkeit ein Geschäftsrisiko ist

Ein einziger Anbieter, der Preise erhöht, Funktionen bündelt, Bedingungen ändert oder ausfällt, kann ganze Organisationen in Bedrängnis bringen. Wer keine Alternative hat, verhandelt aus der schwächsten Position — und trägt jedes Risiko des Anbieters mit. Souveränität heißt nicht Autarkie, sondern Wahlfreiheit.

Wer keine Ausweichoption hat, hat auch keine Verhandlungsmacht — und trägt jedes Risiko des Anbieters mit.

Wege zu mehr Souveränität

Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck. Sie sorgt für Wettbewerb, Verhandlungsmacht und Handlungsfähigkeit — gerade in Zeiten stark steigender IT-Kosten. Wer sie heute mitdenkt, verhandelt morgen aus einer Position der Stärke.

Einordnung von Prof. Thomas R. Köhler (LinkedIn, August 2026) zur Abhängigkeit von großen Cloud- und KI-Anbietern.
K

Prof. Thomas R. Köhler

„Der Vordenker zum Thema Cybersicherheit“ (Handelsblatt). Mehrfachgründer, Erfinder und Autor des Standardwerks „Cybersicherheit“. Keynote Speaker zu Cybersecurity und Künstlicher Intelligenz — beinahe wöchentlich im TV.

Für Ihr Event anfragen

Weitere Beiträge

Wer hat noch Ihren Cloud-Schlüssel? Was das AWS-Key-Leak für Unternehmen bedeutet Cloud „Praktisch arbeitsunfähig“: Was der Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung lehrt Resilienz